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Hamburg, 08. Dezember 2014

Die Bilder des brutalen Polizeieinsatzes am 30. September 2010 zur Räumung des Schlossgartens für das Bahnprojekt Stuttgart 21 gingen damals um die Welt. Vier Jahre danach hat sich bei mehr als 400 Verletzten vom Schwarzen Donnerstag noch immer keiner entschuldigt, niemand aus Politik oder Polizei hat Verantwortung übernommen für beispiellose Fehlleistungen. Warum das so ist, erklärt dieses Buch am Beispiel des Wasserwerferprozesses, der Ende November 2014 ergebnislos eingestellt wurde.

Der nicht aufgeklärte und nicht aufgearbeitete Schwarze Donnerstag ist vier Jahre danach unverändert ein politischer Skandal, zumal unter einer Grün-Roten Regierung in Baden-Württemberg, die nicht zuletzt auch wegen dieses Ereignisses die CDU nach 58 Jahren an der Macht hat ablösen können. Aber keinen Deut weniger handelt es sich dazuhin um einen Justiz- und um einen Medienskandal. Die dritte und die vierte Gewalt im Staat haben schlichtweg die Aufklärungsarbeit verweigert.

Die beiden Buchautoren Dieter Reicherter und Jürgen Bartle gehören als Jurist und Journalist seit Jahrzehnten diesen beiden Ständen an. Über Monate hinweg haben sie Woche für Woche für das Online-Portal Kontext:Wochenzeitung und für die taz den Wasserwerferprozess am Stuttgarter Landgericht analysiert, kommentiert und mit allerhand eigener investigativer Recherche angereichert. Nirgendwo anders wurde derart sachkundig berichtet, selten wurde ein Prozessgeschehen spannender erzählt. Das Buch fasst diese Artikel zusammen und bietet noch mehr bisher unveröffentliches Recherche-Material.