Aktuelles

Grüne erhalten Big Brother Award

 

Auch Hessen auf dem Weg in den Präventions- und Überwachungsstaat:

 

Wie die Zeit berichtet wurde den hessischen Grünen im dortigen Landtag der „renommierte“ Big Brother Award für den Bereich Politik verliehen.

Ein Preis, den eigentlich niemand verliehen bekommen mag. Vor allem nicht eine Partei, die sich eigentlich Bürgerrechten verschrieben hat. Der CDU in Hessen dürfte dieses traurige Kapitel egal sein. Den Grünen zwischenzeitlich auch offensichtlich auch.

Mit ihrem Dammbruch der Zustimmung zu einem „Staatstrojaner“ bringen die Grünen bundesweit weitere exzessive Polizeigesetze auf den Weg. Schlimmer noch: Grüne in Hessen  ignorieren, dass der Einsatz von Staatstrojanern zugunsten polizeilicher Massnahmen unsichere Software voraussetzt. Das konterkariert auch die sonstige Kritik der Bundes-Grünen an der großen Koalition, zu wenig für IT- Sicherheit zu tun.

Die Grünen werden sich also entscheiden müssen: Unsichere Software mit dem Risiko für weniger Schutz vor Kriminalität für Bürgerinnen und Bürger  oder eben eine weiterer Marsch in den Präventionsstaat, um der Union koalitionäre Freude zu bereiten.

 

Erschossener Randalierer in Fulda

In Fulda haben Polizisten einen 19-jährigen erschossen. Er randalierte offensichtlich vor einer Bäckerei und verletzte dabei leider wohl auch Menschen.

Dennoch werfen die Todesschüsse Fragen auf. In einer Stellungnahme gegenüber der „Hessenschau“ sagte unser Bundessprecher Thomas Wüppesahl:

„Alles sieht danach aus, dass unverhältnismäßig gearbeitet worden ist. Der Flüchtling warf mit Steinen und griff mit einem Schlagstock an. Viele Polizeibeamte, jedenfalls eine große Überzahl an Beamten, waren vor Ort.“

Insofern habe es „verschiedene taktische Möglichkeiten“ gegeben – der Gebrauch einer Schusswaffe seitens der Polizei sei aber die allerletzte Option.

Dokumentationen zur G-20 Repression

(Foto Andreas Larson)

Nach den ungezählten staatlichen Übergriffen während der vier G 20-Gipfel-Tage im Juli 2017 in Hamburg findet seitdem eine durchschaubare Repression gegen Gipfelgegnerinnen statt, die durch die Mitmach-Attitüden der StaatsanwältInnen und RichterInnen eine Zäsur in der Bundesrepublik Deutschland im Umgang mit den Rechten von Bürgern darstellt:

„Das ist der Preis für die Blamage vor der Welt“
Auch deshalb gibt es seit Anfang März 2018 den Film:
„Festival der Demokratie“ in den Kinos. Näheres hierzu und Termine auf unserer G-20- Seite.

In  diesem Zusammenhang stellen wir demnächst die drei Videos, die dank der Plattform „FICKO – Magazin für gute Sachen und gegen schlechte – FICKO“, wenige Tage nach dem in rot-grüner Verantwortung der Hamburger Landesregierung – mit gehörigem Anteil der Bundesregierung – stattgefundenen Spektakel im Juli 2017 aufgenommen worden sind, zu diesem kleinen Neuauftritt von uns Kritischen her. 
Diese Videos stellten in vielen Bereichen des politischen Spektrums eine hilfreiche Grundlage dar, wie wir aus vielen Rückmeldungen erfahren durften.Was der Sonderausschuss der Hamburger Bürgerschaft, dem so genannten Landtag in der Freien und Hansestadt Hamburg, dazu beiträgt, ist nur noch peinlich. Eine Entmündigung des Parlaments, entscheidend durch die sozial-demokratischen und grünen Abgeordneten herbeitaktiert und durch eine unfähige Opposition mitgemacht, die sich wegen divergierender Grundpositi-onen nicht zu einem gemeinsamen Aufklärungswillen für ihre Stadt, für ihre Bevölkerung und für die Grund- und Freiheitsrechte zusammenfinden wollen.

Über 32.000 eingesetzte PolizeibeamtInnen, dabei: sämtliche Spezialhundertschaften, sog. Beweis- und Festnahmehundertschaften, schweres Gerät wie noch nie zuvor seit 1949 fanden sich in Hamburg ein – all das reichte nicht, weil der Hamburger Polizei – wir sagen und schreiben es seit Jahren an Orientierung und Gehirnschmalz mangelt. Dafür hat man jetzt „richtige Polizeibeamte“ (sozialdemokratische Innenminister), eine „zupackende Polizei“ (O-Ton Ronald Barnabas Schill). Die Beschädigungen des Gemeinwesens durch unsere Helden der Inneren Sicherheit sind überflüssig, peinlich, hausgemacht und machen traurig; einige eben auch wütend. Offenkundig wird bei G 20 in Hamburg und dessen Nachwehen sogar mit bedeutsamen Teilen der Richterschaft Hamburgs versucht, das politische Versagen irgendwie zu heilen:

Bereits während der vier Gipfel-Tage erlebte die Führung des Einsatzes (arme KollegIn-nen) mehrfach Kontrollverluste. So sind nunmehr die einseitigen Ermittlungen gegen Störer wie RechtsbrecherInnen und die Strafmaße der urteilenden AmtsrichterInnen vollkommen aus dem Rahmen gefallen; noch ein Kontrollverlust des Rechtsstaates – einmal durch die 2. Gewalt (Polizei) und einmal durch die 3. Gewalt (Justiz). 
Aber scheinbar ist man damit wieder in einem Zeitgeist angekommen, der an die dunkelsten Kapitel dieses Landes anknüpft. Das betrifft ausdrücklich auch die Art und Weise der für jeden Rechtsstaat abenteuerlichen Sonderbehandlungen in der Gefangenensammelstelle und die Anordnungen von mittlerweile etlichen Untersuchungshaftaufenthalten zum Teil über Monate für Bagatellen. Wenn die Gründe zur Anordnung von U-Haft von dem G 20-Zusammenhang durchgehender Maßstab wären, müssten die Untersuchungshaftplätze bundesweit mindestens verdoppelt werden.

Dabei werden Lebenswege junger Menschen, ob aus den Niederlanden, Italien, Polen oder sonst woher mindestens erheblich beschädigt; gewissermaßen als nicht geschriebene strafprozessuale Nebenstrafe.
Dazu wird im Umkehrschluss ein Schongang bei der Bearbeitung von Strafermittlungen gegen PolizeibeamtInnen eingelegt, der schon in mehreren Fällen in die Nähe der Strafvereitelung gerückt ist. Wenn man bedenkt, dass von den hunderten polizeilichen Übergriffen (gewaltsam wie rechtlich) ohnedies nur ein kleiner Prozentsatz zur Anzeige gelangt, wird auch an dieser Stelle kein rechtsstaatliches Procedere eingehalten. – Die eine Parteilichkeit (unverhältnis-mäßiges Wegsperren + Verurteilen von Demonstanten, auch Rechtsbrecher-Innen) korrespondiert mit der anderen (Polizeibeamte erfahren wieder einmal, was ein Polizeibonus ist, vollkommen gleichgültig, wie diese sich an DemonstrantInnen austobten).

Wir werden uns nochmals mit weiteren inhaltlichen Neuigkeiten zum G 20 Gipfel in Hamburg zu Wort melden und empfehlen den Film als informativ wie sehenswert.“

Thomas Wüppesahl

„Alles im Griff + nichts klappt (deshalb?) so richtig“

Aus unserer Pressemitteilung zu dem Terror-Anschlag von vor drei Tagen in der Fuhlsbütteler Straße in Hamburg:

„Zu dem Terrorakt vom 28. Juli 2017, kurz nach 15:00 Uhr, Fuhlsbütteler Straße 186 (EDEKA-Filiale) und den neuerlichen krassen Fehlern der Hamburger Polizei geben wir folgende Stellungnahme ab: Zweite Momentaufnahme der HaHa-Polizei 2017:

„Alles im Griff + nichts klappt (deshalb?) so richtig“

Diese Pressemitteilung soll illustrieren in welchem Zustand die Sicherheitsorgane in Hamburg sind, dass an Schlüsselstellen nur noch ehemalige Polizisten sitzen und schon von daher die Fehlerquote hochschnellen muss. Der G 20-Gipfel vom 6.-8. Juli 2017, der Terroranschlag vom vergangenen Freitag und viele andere Minusleistungen sind wesentlich so zu erklären. Hinzu kommt eine ausgeklügelte Desinformationspolitik:

(…) Die Verrohung der guten Sitten (…)

Die Ergebnisse sind eindeutig. Trotz aller Lügen (G 20-Gipfel), Vertuschungen und politischer Rückendeckung für komplett Unverträgliches (Olaf Scholz: „Polizeigewalt ist ein Kampfbegriff“- „Polizeigewalt gibt es nicht.“). – Selbst der Bürgermeister hat eine Stimme im Corpsgeist eingenommen. Perfekt für die Polizei dieser Prägung. Fatal für die BürgerInnen.

Es gibt also weder gedanklich und intellektuell einen Anstandsbereich, keinen cordon sanitaire, weil nur noch Polizisten mit ihrer spezifischen Prägung in komplett ungeeigneter Weise an diesen vorstehend benannten Stellen alles polizeilich zu deuten in der Lage sind. Und es gibt auch sonst wenig Anstand. Das sieht man nicht bloß auf den Straßen, ob bei G 20, selbst in der Gefangenensammelstelle(!) oder anderen Versammlungen, sondern auch bei kleineren Einsätzen. Letztlich wird dies selbst von „höchster Stelle“ im Landeskriminalamt und weiteren exponierten Führungskräften vorgelebt.

Die lebensbejahenden Zustände im HHer LKA wollen wir hier auch vor dem Hintergrund der Berliner BereitschaftspolizistInnen vor dem G 20-Gipfel gar nicht weiter auswalzen, nur darauf hinweisen, dass sich niemand zu wundern braucht, wenn sich vier verdeckte Ermittlerinnen rechtswidrig (und gegen alle Vorschriften!) durch die Betten von Zielpersonen hangeln. Wenn man selbst solche Führung hat, die selbst lebenslustig agiert… – Und so vieles mehr

Es will uns ja immer noch niemand glauben, aber die Polizei Hamburg befindet sich in einem erbarmungswürdigen Zustand: Fachlich, menschlich, bei der fehlenden Orientierung. Und ethisch. Wie vielen Lügen mit allen möglichen Beschönigungen wollen JournalistInnen denn noch nachlaufen?

Was bleibt: Ein weiteres fatales Sicherheits-Ergebnis, ein Toter

Der Anlass für diese Pressemitteilung ist fatal, nicht tragisch, denn diese Tat war nicht bloß für den Fall, dass das BAMF effektiv gearbeitet hätte, vermeidbar. Und doch gehört das eine (überflüssiger Tod eines Mitbürgers sowie sieben Verletzte) und die Struktur-/Personalde-fizite an den Schlüsselstellen der Sicherheitsapparate Hamburgs gemeinsam mit solchen Ab-gründen wie sie an der Spitze des LKA vorgelebt werden, miteinander betrachtet, wenn jemand ernstlich verstehen will wie diese dauernden Fehlleistungen zustande kommen können.

Wer mehr lesen möchte, kann dies auf Polizeipatzer-Fuhle-20170801.pdf.

Thomas Wüppesahl, Bundessprecher

Momentaufnahme der Hamburger Polizei 2017:

Zu dem einsatztaktischen Vorgehen der Hamburger Polizei anlässlich des G 20-Treffens vom 6. bis zum 8. Juli 2017 in der Hansestadt Hamburg geben wir folgende Stellungnahme ab:

Momentaufnahme der Hamburger Polizei 2017:

„Versammlungs- und Demokratiefeindlich“

Diese Pressemitteilung dient der Ergänzung dreier Filme, dessen Aufnahmen am 18. Juli 2017 stattfanden und unter https://youtu.be/ORxg3B2b2Fk anzusehen sind. In dieser Mitteilung handelt es sich um zentrale Argumente, die geeignet sein sollten, die Schutzdämme der verantwortlichen PolitikerInnen und PolizeibeamtInnen aus Fake News und Desinformationen gegen die Wirklichkeit zu durchbrechen?

Die Inhalte dieser Mitteilung ist notwendig geworden, weil das staatliche Schmierentheater auf der Sondersitzung des Innenausschusses der HHer Bürgerschaft vom 19. Juli 2017 über rund acht Zeitstunden nahezu ungeschmälert fortgesetzt worden ist und (interessierte) PolitikerInnen wie JournalistInnen die zentralen fachlichen Defizite nicht erkennen können:

1. „Wir fassen es nicht. Sechs, später sogar alle 14 Beweis- und Festnahmehundertschaften, die unsere Hansestadt besuchten, standen eingriffsbereit am Schulterblatt 1 (dumm herum) anstatt die Bürger zu schützen.

Der Befehl von Hartmut Dudde war ergangen. Ein klassischer Fall von Gehorsamsverweigerung (= vulgo Befehlsverweigerung)!“ – „Eine Lage wie sie in den 80er und fortfolgende Jahre in der Schanze vielfach vorlag – auch mit Zwillen- und Stahlkugelbeschüssen gegen Polizeibeamte. Allerdings mit weit weniger Schutzausstattung für die eingesetzten BeamtInnen und damals nicht einmal zwei Beweis- und Festnahmehundert-schaften.“

Wer mehr lesen möchte, kann dies auf Welcome-to-Hamburg-23072017.pdf.

Thomas Wüppesahl, Bundessprecher

Zu der Spendenkampagne, die „FICKO“ für uns gestartet hat, nehmen wir wie folgt Stellung:

„Kritische PolizistInnen mit Alleinstellungsmerkmalen benötigen Artenschutz und online eine Neuaufstellung“

Unseren kleinen Berufsverband gibt es auf Bundesebene seit fast auf den Tag genau 30 Jahren. Viel hat sich in dieser Zeit getan. Die bundesdeutschen Polizeien haben es noch nötiger als 1986 (Gründung des „Hamburger Signals“ anlässlich des „Hamburger Kessels“) bzw. seit Januar 1987, dass sie wohlwollend kritisch begleitet werden. Unter anderem von uns. Von außen. Aber von Insidern.

Zu diesem Zweck hat uns das „FICKO-Magazin für gute Sachen und gegen schlechte“ – in persona: David Häußer – angesprochen, unsere Arbeit ein wenig zu professionalisieren. Wir Kritischen arbeiten alle ehrenamtlich in der BAG. Die angedachte Professionalisierung betrifft auch weniger unsere innere Verwaltung als vielmehr das äußere Erscheinungsbild und die Kommunikation nach außen. Damit sind die Website, eine Facebook-Seite, ein neues zeitgemäßes Logo, die medialen Plattformen generell auf denen wir unsere Einsichten kommunizieren sollten, gemeint. Das gibt es nicht zum Nulltarif. Wir sind klein und finanzschwach. Deshalb haben wir bei uns beschlossen, dass wir den Versuch wagen und eine Spendenkampagne ins Leben rufen. –
Jene ist hier zu finden: https://betterplace.org/p51729.

Die derzeitigen Unterstützungen aus der Politik, unter anderem mehr als 15.000 weitere PolizeibeamtInnen, sind mehr von Angst und Sorge um eine aus dem Ruder laufende Polizei geschuldet, denn dass sie fachlich geboten wären. Wir brauchen diese 15.000 mehr an PolizeibeamtInnen nicht! Aber alle „betteln“ jetzt dafür, selbst DIE LINKE und DIE GRÜNEN.

Vor allem aber: Die Einstellungsvoraussetzungen werden sogar beim Bundeskriminalamt herabgesetzt, weil sich immer weniger geeignete BewerberInnen finden lassen! Warum wohl nicht? Wir erhalten bei diesen Grundlagen und Determinanten also die Perpetuierung sowie Verfestigung des bestehenden schlechten Niveaus. Wir Kritischen wollen eine bessere Polizei. Die Bevölkerung hätte sie verdient. Was unsere BürgerInnen brauchen, ist eine qualitativ hochwertige Polizeiarbeit. Genau daran mangelt es immer mehr, wie diverse Minusleistungen im Übermaß belegen.

Wer mehr erfahren möchte, kann hier weiterlesen:

Thomas Wüppesahl, Bundessprecher

Rücktrittsforderungen

Wegen des hinreichenden Anfangsverdachts der Untreue und des Betrugs fordert die Bundesarbeitsgemeinschaft kritischer Polizistinnen und Polizisten die Rücktritte des Chefs der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Rainer Wendt und des nordrhein-westfälischen Innenministers Ralf Jäger.

Innenminister Jäger trägt die volle Verantwortung dafür, dass dringend benötigtes Geld für Polizeiarbeit vor Ort offensichtlich an einen abgehobenen Gewerkschaftsfunktionär umge-leitet und tatsächlicher Polizeiarbeit entzogen wird.

Wendt hat im Falle seiner Bezüge ganz offensichtlich die Unwahrheit gesagt und sich erst korrigiert, als seine Lügerei gegenüber einem Team von Report München leicht zu durchschauen war.

Die Kritischen Polizistinnen und Polizisten vom „Hamburger Signal“ e.V. werden nach kurzer Prüfung Strafanzeigen gegen die Beteiligten stellen, sofern in den nächsten Tagen nicht die zuständigen Staatsanwaltschaften von sich aus ermitteln.“

Wer weiterlesen möchte, findet hier die Pressemitteilung im Wortlaut

Thomas Wüppesahl, Bundessprecher

I. Polizeilicher Notstand und als „Sonderlage“ benannte Münchener Polizeiübung an der Bevölkerung

Der Amoklauf eines deutsch-iranischen Mitbürgers in München vor fünf Tagen, am vergangenen Freitag, 22. Juli 2016, mit 10 Toten und 27 Verletzten wird als besonders gelungene polizeiliche Arbeit besungen. Nun denn. Stundenlang glaubten große Teile der Öffentlichkeit, dass die Fahndung nach drei Tätern mit Langwaffen erforderlich wäre.

Tatsächlich handelte es sich um einen Heranwachsenden. Dieser 18-jährige junge Mann, der seine Schreckensarbeit mit einer Kurzwaffe verrichtete, nahm sich um ca. 20:30h nach Ansprache durch eine Polizeistreife in Zivil selbst das Leben. Gewissermaßen „vor den Augen“ der Polizei. Zyniker könnten sagen: Schnelle Lösung eines Problems für eine überforderte Polizei. Nicht so in München! Die bayerische Landespolizei legte dann erst richtig los, denn: Erst um 01:30h wurde an die Bevölkerung Entwarnung gegeben. Bis dahin hatten sich mehrere Panikfälle an zentralen Plätzen der Stadt mit weiteren Verletzten ereignet. München war gewissermaßen von außen abgeriegelt worden, weitere Polizeieinheiten aus Hessen und Baden-Württemberg kamen, diverse Spezial-einsatzkräfte aus allen Himmelsrichtungen, selbst die GSG 9 trafen ein, die öster-reichische Cobra befand sich auf dem Weg nach München, der Präsident der USA, Obama, sicherte die Unterstützung zu. Und so weiter und so fort. Wegen eines Einzeltäters, 18-jährig.

Wenn das ein gelungener Polizeieinsatz gewesen ist, wollen wir lieber nicht wissen, wie ein missglückter Einsatz der bayerischen Polizei aussieht. Aber dieser Einsatz war so „gelungen“, dass am nächsten Morgen das Bundessicherheitskabinett zusammentrat. Wegen eines 18-jährigen Amokläufers und einer dilettierenden Landespolizei.

II. Der 18-jährige Einzeltäter von München und seine Glock-Schusswaffe

Seit Jahren weist die polizeiliche Statistik aus, dass lediglich vier Prozent aller Straftaten, die mit Schusswaffen begangen werden, legale Waffen haben. Anders herum formuliert: Bei 96% aller Straftaten, bei denen Schusswaffen eine Rolle spielen, werden illegale Schusswaffen verwendet! …“

Wer mehr dazu lesen möchte, kann das in der vollständigen Pressemitteilung vom 27. Juli 2016 tun: „So etwas kommt von so etwas.

Mit der Bitte um Veröffentlichung

Thomas Wüppesahl, Bundessprecher

Museum über Korruption, Standort Hamburg

Folgendes inhaltsgleiche Schreiben ging 30 Jahre nach unserer Gründung an den Ministerpräsidenten Hamburgs, Herrn Olaf Scholz:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Scholz,

wir als Bundesarbeitsgemeinschaft kritischer Polizistinnen und Polizisten entstanden in Hamburg anlässlich des Hamburger Kessels vor jetzt ziemlich genau 30 Jahren und stehen natürlich zu dieser wunderschönen Stadt und ihren vielen kulturellen Angeboten (von der Staatsoper bis zur Roten Flora). Wir möchten Ihnen einen Vorschlag machen, den Sie unmöglich ablehnen können. Wir regen an, das Spektrum von Museen um ein Thema zu erweitern, über das leider viel zu selten gesprochen wird, obwohl es wohl fast jeden Politiker wie Sie und jeden Bürger mit und ohne Uniform wie uns betrifft, nämlich ein Museum über Korruption.

Die Wirtschaft bietet zahllose reizvolle Fälle – amüsant und tragisch zugleich -, häufig genug mit ihren Verbindungen in die Politik, über Bauskandale, Ausschreibungsbetrug, Bestech-ungsgelder, Spendenaffären, Kartellabsprachen, den Geschichten rund um die Abwicklung der Wirtschaft der ehemaligen DDR (Stichwort: Treuhand), Steuerunterschlagung, Konsum kriminalisierter Drogen in allen Gesellschaftsschichten („verlorener Drogenkrieg“), Rotlichtgeschichten und vieles mehr und immer wieder mit Korruptionsanteilen. Von der Tätigkeit der Geheimdienste ganz zu schweigen: man denke an die aufwändige Planung und Umsetzung des Konzepts „Celler Loch“, einem klassischen Fall von Organisierter Kriminalität, durchgeführt von staatlichen Organen und niemand wurde vor Gericht gestellt – ein perfektes Verbrechen? Jedenfalls eines mit korrupten Elementen. Jüngst die leider nur eingeschränkt zu lobende Tätigkeit von Polizei und Staatsanwaltschaften bei den 10 NSU-Morden oder (vor rund 30 Jahren) zu den 10 Toten bei dem größten Brandanschlag in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Lübeck, Hafenstraße (natürlich: Asylbewerber), oder dem in einer Polizeizelle verbrannten Oury Jalloh in Dessau. Vieles gelangt ja auch, unerklärlicher Wiese, nur bis auf die Tische der Kriminalpolizeien und der Staatsanwaltschaften, ohne jemals gerichtlich verfolgt zu werden. Sollten auch Sie davon Kenntnis haben?

Wir glauben, dass so ein Museum ein wertvoller Beitrag wäre, vieler Ereignisse zu gedenken. Ein solches Museum würde Hamburg mit seiner besonderen Verantwortung aus den Zeiten des Kolonialhandels nach Südamerika, Afrika und Asien, seiner Bedeutung im national-sozialistischen Deutschland (sei es nun das KZ Neuengamme, oder die Giftgasproduktion Zyklon B für die Gaskammern, um nur zwei Beispiele zu nennen) besonders schmücken. Oder um Zeitnäheres anzufügen, dass die Tochter des Versicherungskonzerns Ergo, die Hamburg-Mannheimer, verdiente Handelsvertreter zu einer Sexorgie nach Budapest einlud. 2014 wurde diese Lustreise zum Teil einer Ausstellung über die deutsche Sexualmoral im Haus der Geschichte. Im Juli beginnt vor dem Landgericht Hamburg der Prozess; sicherlich in gewohnt schmeidiger Professionalität durch unseren Rechtsstaat, also auf kleinster Flamme. Alleine dieses Beispiel (Ergos Sexorgie) zeigt, dass solche Vorgänge museale Qualität haben und ein spezielles Korruptionsmuseum nachgerade auf der Hand liegt.

Aktuell ist Hamburg einer der Schauplätze des Niedergangs des Unternehmens Imtech Deutschland, das an der Korruption im Zusammenhang mit dem Projekt „Hauptstadtflughafen FBB/BER“ ebenso verantwortlich beteiligt war wie an seinem eigenen Untergang mit jahrelangen Bilanzfälschungen, Kartellabsprachen und vielen Klassikern aus dem Bereich von Wirtschaftskriminellen – ob Puff-Besuche zur Auftragsabsicherung, ob das Bordell-Boot `Atlantide´ auf dem Bodensee zur Akquise wie der Kontaktpflege; ohne dass die zuständige Hamburger Staatsanwaltschaft erkennbar und seriös ihrem gesetzlichen Auftrag nachgehen kann. Sogar das Hamburger Volksparkstadion trug mit „Imtech Arena“ den Namen dieses, im Sinne unseres Anliegens, Vorzeigeunternehmens.

Wer weiterlesen möchte, findet den vollständigen Brief hier.

Thomas Wüppesahl, Bundessprecher

„Komm ruhig rein, dann kann ich dir gleich in die Fresse hauen“

Immer wieder kommt es in bundesdeutschen Fußballstadien zu polizeilichen Vorgehensweisen die denen in bürgerkriegsähnlichen Einsatzlagen ähnlicher sind als solchen Spielanlässen und fernab einer effektiven Kontrolle und der Anwendung von Recht und Gesetz nur noch wie entfesselt auf BürgerInnen ein, die einem der bedeutendsten Hobby (Fußball) in diesem unserem Lande das nicht unwesentlich mit „Brot und Spiele“ geführt wird, frönen wollten:

Was für eine Polizei will unsere Gesellschaft?

Wer weiterlesen möchte, findet hier die Pressemitteilung im Wortlaut und hier den Anhang (Stellungnahme des Frankfurter Nordwestkurverats vom 17. März 2016)

Thomas Wüppesahl, Bundessprecher